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Wenig überraschend: Obwohl 64 Prozent der deutschen Unternehmen betonen, dass ohne Frauen die Zukunft der Wirtschaft gefährdet sei, sind sie in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu selten sichtbar. Dies macht sich besonders in der IT-Branche bemerkbar. Die Zahlen zur Unterrepräsentanz von „Women in Tech“ (nur 18 Prozent der Stellen in IT- und Digitalberufen sind in Deutschland mit Frauen besetzt) und zum Gender Gap sind bekannt. Gleichzeitig hat sich die Erwartung an Arbeitgeber verändert: Diversität soll nicht mehr behauptet, sondern belegt werden. Genau hier scheitert Kommunikation häufig – nicht am Ob, sondern am Wie.

Denn viele Ansätze bleiben bei Einzelstories, Aktionstagen oder kurzfristiger Kampagnenlogik stehen. Das kann gut gemeint sein, wirkt aber schnell wie „Vermarktung“ eines sensiblen Themas – und zahlt am Ende weder auf Glaubwürdigkeit noch auf echte redaktionelle Relevanz ein.

Warum klassische Sichtbarkeitslogik oft ins Leere läuft

1) Die Awareness-Day-Falle: Ein Post zum International Women’s Day, ein internes Portrait, ein paar starke Zitate – und danach wird es wieder still. Das Problem: Sichtbarkeit entsteht so als Peak, nicht als Positionierung. Für Frauen in der IT ist das selten hilfreich, weil es das Thema eher episodisch als strukturell behandelt.

2) Hero-Storytelling als Negativbeispiel: „Sie hat’s geschafft“-Geschichten können inspirieren, kippen aber schnell in Heldinnenerzählungen mit PR-Ton. Das ist riskant: Es individualisiert ein strukturelles Problem (Unterrepräsentanz / Gender Gap), statt die fachliche Expertise in den Mittelpunkt zu stellen.

3) Fehlende Anschlussfähigkeit für Medien: Wer Sichtbarkeit nur als interne Employer-Branding-Kommunikation denkt, verpasst das, was IT-Fachpresse und Wirtschaftsmedien brauchen: Relevanz, Einordnung, Kontroverse, Nutzwert. Einzelstories ohne Kontext verpuffen außerhalb der eigenen Kanäle. Genau hier setzt professionelle IT & Technologie PR an, die Themen für Redaktionen anschlussfähig macht.

Der strategische Kern: Glaubwürdige Kommunikation braucht einen besseren Rahmen

Wenn Unternehmen das Thema authentisch und glaubhaft kommunizieren wollen, müssen sie weg von „Wir-Botschaften“, hin zu einem Rahmen, in dem glaubwürdige Expertise sichtbar werden kann. Nicht der Kalender (wie ein Awareness Day) darf den Takt vorgeben, sondern Themen, für die es echte Zuständigkeit gibt: Cybersecurity, AI, IT-Transformation oder Management. Priorität nach außen hin sollte die redaktionelle Relevanz vor der unternehmensinternen Erzählung haben. Gute Sichtbarkeit entsteht, wenn Expertinnen-Stimmen in Debatten vorkommen, die ohnehin stattfinden – mit klarer Perspektive, belastbaren Insights und einer Sprache, die nicht nach Kampagne klingt. Eine nachhaltige Positionierung unterstützt dies. Sichtbarkeit ist dann belastbar, wenn sie keine Eintagsfliege ist: mehrere Auftritte, mehrere Formate, mehrere Medien, über Monate hinweg, nicht über Tage.

Dabei hilft es, sich Gedanken zu folgenden Punkten zu machen:

  1. Themenfelder definieren, in denen Frauen ohnehin führen: Wo sind Sprecherinnen bereits „Themen-Owner“? Was zeichnet sie aus?
  2. Medienlogik mitdenken: Welche Debatten laufen gerade? Welche Fragen stellen Redaktionen? Wer dazu mit Substanz spricht, wird zur Quelle – und nicht zur Kampagnenfigur.
  3. Formate bauen, die Wiederholung erlauben: Einmalige Maßnahmen wirken wie ein Pflichtprogramm. Wiederholbare Formate schaffen Vertrauen, intern wie extern.

Akimas Ansatz: Multi Enterprise Roundtable

Vor diesem Hintergrund haben wir bei Akima ein Format entwickelt, das das Problem an der Wurzel adressiert: den Multi Enterprise Round Table. Die Idee dahinter ist bewusst unaufgeregt und gleichzeitig strategisch: Wir schaffen einen Rahmen, in dem glaubwürdige Expertise entstehen kann. Entscheidend ist dabei, dass nicht eine einzelne Organisation „ihr“ Women-in-Tech-Narrativ erzählt, sondern mehrere Stimmen und Perspektiven zusammenkommen, die ein Thema fachlich tragen.

So geschehen im Herbst 2025 auf dem Akima Roundtable zum Thema „Innovationsheldinnen: Die weiblichen Architekten der digitalen Welt“. Dabei erhöhte genau diese Konstellation die Substanz und machte Aussagen anschlussfähig für die Logik von IT-Fachpresse und Wirtschaftsmedien. Es entstanden nicht nur gute Zitate, sondern vor allem Einordnung, Nutzwert und Thesen, die Redaktionen weiterdenken konnten – und die Expertinnen-Stimmen als Quelle etablierten. Das zahlte auf nachhaltige Positionierung ein, denn unser Roundtable war kein singuläres „Awareness“-Ereignis, sondern Startpunkt für Folgegespräche, Interviews oder Beiträge.

Kurz: Der Round Table ist ein Relevanz-Format – und genau deshalb funktioniert es oft besser als viele Diversity-Kampagnen. Dies bestätigen die messbaren Ergebnisse: Die Reichweite in der Fachpresse betrug über 400.000 in 35 Veröffentlichungen sowie fast 900 Interaktionen via Social Media.

Fazit zum Thema Frauen in der Tech-Branche

Die Herausforderung beim Thema Frauen in der Tech-Branche ist selten fehlende Kompetenz, sondern vielmehr fehlende strukturelle Sichtbarkeit. Wer glaubwürdige Kommunikation will, braucht Formate, die Expertise ermöglichen, statt Anlasskommunikation zu reproduzieren.

So entstehen redaktionelle Relevanz und eine nachhaltige Positionierung jenseits von Awareness-Day-Falle und Hero-Storytelling. Die richtigen Instrumente der Public Relations helfen dabei, diese Sichtbarkeit strategisch aufzubauen und langfristig zu sichern.

Annika Hartmann

Author Annika Hartmann

Director und Head of Media Relations bei Akima Media. Camping-Addict, Outdoor-Fan und Jungsmama. #nokidsbeforefirstcoffee

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